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Prolog
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Vor
etwa sechs mal sieben Tagen
hat
sich etwas zugetragen,
im
antiken Griechenreiche,
am
Ufersaum von einem Teiche,
was
die Welt im Resultat
erschüttert
und verändert hat.
Das
Geschehen blieb erhalten,
weil
die gelehrten, weisen, alten
Griechen
es uns mit Bedacht,
als
Lehre zu Papier gebracht.
Zu
achten auf den tiefen Sinn,
welcher
steckt im Epos drin,
ist
auch heut‘ noch angebracht.
Wohl
dem, der sich Gedanken macht
über
das, was einst gewesen,
was
wir in Griechisch heute lesen.
Leider
ist uns nicht bekannt,
wer
als Autor wurd‘ genannt,
der
nach Homer hat so gelungen,
das
Geschehen uns besungen,
von
dem ungeheuren Streit
zweier
Völker seinerzeit,
die
sich, obgleich sie es nicht wollten,
in
die Haar‘ geraten sollten
und
erbittert führten Krieg
um
den toten Krümeldieb,
der
im See, was nicht ganz klar,
ertränkt
oder ertrunken war.
|
Auf
morschen, vergilbten, uralten Blättern,
für
Studierte nur lesbar, in griechischen Lettern,
steht
was die Frösch‘ und Mäus‘ einst trieben,
schwarz
auf weiß noch aufgeschrieben.
Weil
ich sehr begeistert bin sofort gewesen,
als
ich, was geschehen war, durfte einst lesen,
habe
ich mir die Mühe gemacht,
und
für Euch die alte Sache
nochmals
zu Papier gebracht,
in
der eigenen Muttersprache.
In
etwa tausend gedichteten Zeilen,
die
sogar reimen sich bisweilen,
in
einfachen Worten, den Poem neu geschrieben,
mit
Fremdworten darin nicht übertrieben,
dass
auch der nicht studierte Mann
die
Groteske lesen kann
und
den versteckten Sinn versteht,
um
welchen es dem Autor geht,
der,
ganz gleich, wie er sich nannte,
den
Sinn von Kriegen bestens kannte.
|
Proömium
|
Nun,
da ich im reinsten und edelstem Sinne,
was
sich einst ereignet, zu berichten beginne,
bete
ich inständig zu Helikons Chor,
auf
dass alle Völker mir leihen ihr Ohr,
damit
all die sechstausend Menschenmillionen,
die
heute auf der Erde hier wohnen,
von
jenen Helden, die dereinst hier waren,
die
wahre Geschichte vom mir nun erfahren.
Möge
mein Werk, wenn es einst erschienen,
der
Menschheit zur Lehre allzeit stets dienen,
damit
sie, auch wenn beim Lesen sie lacht,
nicht
ebenfalls solche Dummheiten macht,
wie
es dereinst die rabiaten
antiken
Tiere in Griechenland taten.
Vor
mir liegt das Blatt in gähnender Leere.
Auf
dass ich den Ruhm der Kriegshelden mehre,
berichte
ich euch aus uralter Zeit,
als
Frösche und Mäuse gerieten in Streit.
|
Ich
flehe zu Gott, mir die Feder zu führen,
um
mit Ruhm die Helden von damals zu küren.
Ich
bitt‘ ihn, homerische Worte zu finden,
aus
denen sich lässt ein Lorbeerkranz winden.
Den
drück‘ ich gedanklich, das sei mir erlaubt,
jenen
wackeren Kriegern zur Ehre auf‘s Haupt,
die
damals, vor Christus, im Jahr eins zwo acht,
schlugen
so mutig und tapfer die Schlacht.
Möge
es mir mit den Göttern gelingen,
euch
Menschen von heute, das nahe zu bringen,
was
Frösche und Mäuse, den Giganten einst gleich,
heldenhaft
streitend, erwirkten am Teich.
Von
glorreichen Taten ich euch nun berichte.
Und
solch einen Anfang nahm die Geschichte.
|
Der
Froschmäusekrieg
Entkommen
war mit knapper Not,
ein
Mäuslein eben noch dem Tod.
Das
Wiesel war nicht schnell genug.
Als
die Maus 'nen Haken schlug,
lief
der Verfolger geradeaus,
was
großes Glück war für die Maus.
Just
entkommen der Gefahr,
sie
erschöpft und ängstlich war.
Hat
deshalb nach rasanter Flucht,
ein
sich’res Plätzchen sich gesucht.
Im
Uferschilf, am kühlen Strand,
die
Maus ein solches schließlich fand.
Lang
hingestreckt, vor Schreck ganz blass,
lag
zitternd und noch angstschweißnass
nun
sicher, wie im Mutterschoß,
sie
im weichen Ufermoos.
Allmählich
wich aus ihr der Schrecken.
Wohlig
begann sie sich zu strecken,
reckte
den Pelz der Sonn‘ entgegen
und
wollte sich grad schlafen legen.
Sie
dacht‘ bei sich, jetzt froh gesonnen,
„ein
neues Leben wird begonnen.
Gleich
heute fang‘ ich damit an
oder
morgen, irgendwann.
Das
neue Leben zu begießen ,
welches
es galt jetzt zu genießen,
nahm
einen Trunk sie aus dem Teich.
Wollt‘
an der Köstlichkeit sich laben.
„Ich
danke Dir für deine Gaben“,
sprach
sie zum Schöpfer einfallsreich.
Da
erschreckte sie ein Quacken.
Mitten
im leck‘ren, kühlen Trunke,
saß
mit aufgeblähten Backen,
eine
dicke, feiste Unke,
und
nebenan, mit breiter Gosch,
quakte
laut ein grüner Frosch.
„Hallo
Graurock, nun pack aus“,
so
keckerte er zu der Maus.
„Wer
bist du, Freund im Pelzgewand,
was
machst du hier an meinem Strand?
Wer
ist dein Vater, hast du Quappen?
Lass
dich beim Lügen nicht ertappen!
Sag
die Wahrheit bitte mir,
denn
ich bin der König hier
und
regier in diesen Breiten,
seit
jeher und für alle Zeiten.
Ich
werd‘ in Ehren stets gehalten
von
den Jungen wie den Alten.
Pausback
mich mein Froschvolk nennt,
das
keinen bess‘ren Herrscher kennt.
Mein
sel’ger Quaqua Schlammbert schon,
war
ein König in Person,
und
in Liebe einst vereint
mit
Nasstrud , die vor Glück geweint
als
ich in ihrer Quappenschar,
der
Erstgeborene einst war“.
„Auch
dir, das muss ich eingestehen,
ist
edle Herkunft anzusehen.
Mein
geschultes Auge sieht
in
dir das königlich‘ Geblüt,
und
es hat fürwahr den Schein,
als
könntest du auch streitbar sein.
Mut
und Kühnheit, das ist klar,
denn
ich sah was vorhin war,
wie
den Streit du angenommen
und
dem Wiesel bist entkommen.
Ich
bin dessen mir bewusst,
dass
du ein großes Tier sein musst.
Man
sieht dir an, du bist ein Held,
zählst
mehr als and‘re auf der Welt.
Bist
ein König wohl, wie ich.
D‘rum
bitteschön, erkläre dich.
Wenn
du meiner würdig bist,
was
ja durchaus möglich ist,
könntest
gar mein Freund du werden.
So
wahr ich König bin auf Erden,
verspreche
ich, ich lad dich ein,
zu
Haus bei mir mein Gast zu sein.
Geschenke
werde ich dir reichen,
wie
sonst nur Helden meinesgleichen.
So
bitt‘ ich nochmals, sag‘ geschwind
wer
du bist und wessen Kind.
Krümeldieb,
so hieß die Maus,
sprach
daraufhin gerad‘ heraus:
„Wie
kannst du mich nach Herkunft fragen?
Das
kann dir hier wohl jeder sagen.
Ich
bin im ganzen Land bekannt.
Werd‘
Krümeldieb ganz schlicht genannt.
Den
Namen hab‘ ich einst bekommen,
weil
ich die Krumen nur genommen,
die
mein Vater fallen ließ,
welcher
Brötchennager hieß.
Mein
hochherziger Papa liebte das kühle,
Mäusefräulein
Leckemühle,
die
als Tochter von Rex Schinkenfraß,
Adel,
Geld und Gut besaß.
Als
Mama mich zur Welt gebracht,
hat
sie mir ein Geschenk gemacht.
Sie
verbarg mich unter Nüssen und Feigen.
Manch‘
Leckerei wurd‘ dort mein eigen,
mit
der Mutter mich zugedeckt,
hat
vor den Manntieren versteckt.
Ich
sag‘ es dir, an manchen Tagen
drückte
mich sogar mein Magen,
wenn
ich zu viel geknabbert hab‘
von
alledem, was auf mir lag,
von
all den leck’ren Schleckersachen,
die
uns Mäusen Freude machen.
Doch
auf dein Angebot zu kommen.
Das
scheint mir listig, arg verschwommen.
Wie
könnte ich dein Freund wohl sein,
wo
wir doch haben nichts gemein.
Du
führst ein Leben hier am Teiche,
in
deinem Unterwasserreiche,
kommst
selten nur heraus an Land,
immer
nass ist dein Gewand.
Du
lebst von Mücken und von Fliegen,
lässt
nicht einmal die Würmer liegen.
Wenn
du spürst danach Verlangen,
fängst
du an sie dir zu fangen.
Das
ist schnöde Lebensart,
die
mir besser bleibt erspart“.
„Ich
hingegen lass‘ mir schmecken,
mürbe,
dreigebackne Wecken,
Honigkuchen
mit Zuckerguss
und
darin vom Rum ein Schuss.
Mayonnaise
mit Trüffel vermengt,
Schinken,
der im Rauch gehängt,
süßen
Käs‘ aus Rahm gerührt,
wie
es unser eins gebührt.
Pastete,
Mettwurst, dazu Wein
und
Kekse die besonders fein.
Ich
muss erles‘ne Sachen haben,
den
Gaumen mir am Besten laben.
Sesamkäse,
Schinkenschnitten,
hab‘
ich immer gern gelitten.
Leber,
fein in Mehl gebraten.
Pudding,
wenn er recht geraten.
Kurzum,
ich lass mir all das schmecken,
wonach
Menschen sich die Finger lecken.
Du
siehst, das ist doch sehr zum Lachen,
dass
du zum Freund könntest mich machen,
wo
wir sind beide so verschieden.
Ich
hab‘ das Wasser stets gemieden,
denn,
so lehrten mich die Alten,
„Wasser
ist zum trinken nur,
hat
keinen Griff, sich festzuhalten“.
Deshalb
trinke ich es pur,
zu
vermeiden Wasserschaden,
und
lass’ im Rest euch Frösche baden“.
Lauthals
lachte Pausback drauf:
„Lieber
Freund, nun hör‘ schon auf.
Deine
ganze Prahlerei
ist
mir vollends einerlei.
Mir
scheint, du denkst mit deinem Bauch.
Das
ist bei uns jedoch nicht Brauch.
Komm
mit, mein Freund, ich lad‘ dich ein,
bei
mir zu Haus mein Gast zu sein.
In
meinem Reich gibt’s viel zu schauen.
Du
wirst den Augen kaum noch trauen,
Gottvater
Zeus hat uns gegeben,
wir
danken ihm, ein zweifach Leben.
Das
eine, das auch dir bekannt,
das
triste Dasein hier an Land.
Doch
das and’re, das dir fremd,
nur
ein Volk wie meines kennt.
Die
Existenz im Wasser drin
erst
gibt dem Leben tief’ren Sinn.
Ja,
ich muss dir eingesteh’n,
für
dich klingt solches schizophren.
Für
einen, der wie du gekonnt,
sich
Löcher gräbt, im Feld, als Haus,
ist
eingeengt der Horizont.
Mir
wäre solches Tun ein Graus.
Doch
solltest Neugier du verspüren,
würd‘
ich dich gern‘ hinüberführen,
in
mein Haus, das zu mir passt.
Mitten
im See steht der Palast.
So
steig getrost, ich werd‘ mich bücken,
hinauf
auf meinen breiten Rücken.
Halte
dich gut fest an mir,
wenn
ich dich hinüber führ,
dann
kommst du, wie in einem Kahn,
wohlbehalten
drüben an“.
So
kam es, dass Maus Krümeldieb
auf
Pausback‘s grünen Rücken stieg.
Als
sie die Arme um ihn legte
der
Frosch die Paddel schon bewegte.
Erst
zwei, dann drei, dann alle vier.
Sie
war sein erster Passagier,
und
hat sich an ihm festgehalten,
wie
an einem Freund `nem alten,
mit
dem man geht durch dick und dünn,
so
manches Stück im Leben hin.
Anfangs
machte das viel Spaß,
trockenen
Fußes durch das Nass,
in
den See hinauszugleiten.
Doch
dann kamen and’re Zeiten.
Was
Vergnügen g’rad‘ noch war,
sah
Krümeldieb nun als Gefahr,
und
als er jene hat erkannt,
wollte
er zurück an Land.
„Wie
konnt‘ ich Tor die Dummheit machen“,
schalt
er sich selbst, sah Pausback lachen.
Dieser
schien ihn zu verhöhnen,
nahm
nicht wahr sein angstvoll‘ Stöhnen,
sondern
erhöhte noch die Fahrt,
schwimmend
nach der Frösche Art.
Das
Mäuseherz begann zu klopfen
als
die ersten Wassertropfen
bespritzten
ihm das samt’ne Fell.
Die
Fluten stiegen weiter schnell.
Er
hat sich an den Frosch geklammert
und
ziemlich laut dabei gejammert.
Er
raufte sich all seine Haare
und
alterte, so schien’s um Jahre,
denn
gar nichts auf der Überfahrt,
blieb
dem Mäuserich erspart.
Als
der erste Wellenkamm
sein
Bäuchlein, welches pelzig stramm,
auf
dem Frosche lag, benetzte,
ihn
das nicht gerad‘ ergetzte.
Im
Gegenteil, nun gar nicht froh,
schrie
er sein Zeter-Mordio
zum
Olymp, zu Zeus hinauf.
Doch
dieser hörte nicht darauf.
Die
Maus gab zu, ganz unverhüllt,
dass
sie war ziemlich angsterfüllt.
Das
Wasser stand ihr bis zum Bauch
und
schwappte manchmal höher auch.
Den
Schwanz ließ sie gerade sein.
Er
tauchte in die Fluten ein
und
wirkte wie ein Ruderblatt,
wie
es sonst ein Schiff nur hat.
So
stabilisierte sie die Lage,
die
misslich war, was keine Frage.
In
ihrer wirklich argen Not,
schien
es der Maus als ein Gebot,
zu
den Göttern laut zu flehen:
“
Lasst kein Unglück mir geschehen“.
Inständig
bittend klangen ihre Worte,
die
sie gen Himmel schrie in Forte.
„Unter
mir, das grüne Tier,
ist
wie einst der wilde Stier,
der,
um Europa zu beglücken,
trug
die Liebste auf dem Rücken,
die
er geraubt, was ungezogen,
hin
nach Kreta durch die Wogen.
So
geschieht es wieder heute,
durch
den Frosch, mit mir als Beute.
Seht
ihr Götter nicht im Himmel,
was
Rex Pausback, dieser Lümmel,
mittels
seiner Froschgestalt,
antut
mir mit Urgewalt.
Schleppt
mich hin zu seiner Wohnung.
Will
mein Freund sein zur Belohnung.
Ach
Gott Zeus so steh mir bei,
dass
dies auch die Wahrheit sei“.
Plötzlich
wand sich durch die Flut,
Frosch
und Maus stockte das Blut,
eine
dicke, ungeheuer lange,
gefährlich
gift’ge Wasserschlange,
die
den Kopf stieß in die Höh‘
angriffslustig
aus dem See.
Obgleich
Pausback kein Feigling war,
wurd‘
ihm eines sofort klar.
Wollt‘
er dem sich’ren Tod enteilen
dann
musste er sich nun beeilen,
und
möglichst schnell auf Tiefe gehen,
sonst
würd‘ ein Unglück ihm geschehen.
Als
er die Schlange wollte fauchen,
begann
der Frosch bereits zu tauchen,
wobei
den Mausfreund er vergaß,
der
rittlings weiter auf ihm saß.
Krümeldieb,
mit „Weh“ und „Ach“,
ging
über Bord, fiel in den Bach.
Sein
Fell, obgleich es wasserdicht,
sog
Nässe auf und das Gewicht,
zog
die Maus in Neptuns Reich,
hinunter
in den tiefen Teich.
Er
tauchte strampelnd wieder auf,
doch
nahm das Schicksal seinen Lauf.
All
die Verzweiflung, Angst und Not,
fand
ihr End in seinem Tod.
Doch
bevor die Maus ertrank,
für
ewiglich im See versank,
bevor
just ablief ihre Uhr,
schrie
sie heraus den letzten Schwur.
„Mein
Tod wird seine Rache finden.
Mich
mit List zu überwinden,
ist
eine Tat, die ungesühnt
zu
bleiben wirklich nicht verdient.
Schande
dir, du Lumpenhund,
bis
zu deiner letzten Stund.
Nur
durch Tricks und mit Intrigen,
konntest
du mich unterkriegen.
Im
fairen Wettstreit, auf dem Lande,
wär‘
siegreich keiner deiner Bande.
Im
Allkampf , Hüpfen, Laufen, Ringen,
würd‘
jedes Mäuschen dich bezwingen.
Du
jedoch hast mich genarrt.
Im
Wasser auf der Überfahrt,
plantest
du, berechnend kalt,
nach
eurer Art den Hinterhalt.
Hast
verführt mich und belogen,
hast
geheuchelt und betrogen.
Zeus
allein hat es geseh’n,
was
hier draußen ist gescheh’n.
Er,
der für gerechte Sache,
sorgt
ganz sicherlich für Rache“.
Dies
schwor die Maus, mit letztem Hauch.
So
verstand es Tafellecker auch,
der
Kumpel, der im Ufergras,
im
Sonnenschein, am Strande saß.
Der
hatte dem Drama zugeseh’n,
das
eben war im See gescheh‘n.
Mit
lauter Stimme erhob er nun Klage,
und
erstattete seinem König die Lage,
berichtete
ihm, wie es war gekommen,
und
welches Schicksal hatte genommen,
Krümeldieb,
vom Frosch genarrt,
auf
seiner Wasserüberfahrt.
Da
ergriff gewaltiger Zorn
das
Mäusevolk. Man stieß ins Horn
und
sandte Herolde hinaus
ins
weite Land, in jedes Haus.
Man
rief die Mausversammlung ein.
Das
Unrecht wollt‘ beraten sein.
So
traf man sich, das war Gebot,
bei
Brotnagers im Morgenrot,
um
nach des Froschkönigs Verbrechen,
den
Ernst der Lage zu besprechen.
Während
der tote Krümeldieb
als
Leiche auf dem See noch trieb,
Bauch
nach oben, Beine stramm,
welch
Wunder, dass er dennoch schwamm,
sprach
im Haus, das vollgerammelt
mit
Mäusen war, die sich versammelt
zur
Beratung alle hatten ,
einschließlich
von zwei Nachbarratten,
welche
drängten sich nach vorn,
Brotnager,
der König, voller Zorn.
„Hört
zu, Freunde und lasst euch sagen,
was
sich da hat zugetragen
mit
meinem Sohn, ich sag‘ es offen,
das
hat mich ziemlich hart getroffen.
Zu
Tod‘ betrübt steh‘ ich nun hier.
Drei
Söhne stahl das Schicksal mir.
Den
ersten werd‘ ich nie vergessen.
Den
hat ein Wiesel aufgefressen.
Als
er vor dem Mausloch saß
und
grad‘ seine Nüsse aß,
hat
das Untier zugeschlagen.
So
hat es sich einst zugetragen.
Der
Mittlere, ihr wisst es alle,
geriet
in eine Mausefalle,
die
aus Holz, mit List gemacht.
Das
Manntier hat ihn umgebracht.
Der
Speck lockte ihn in’s Verderben.
Viel
zu früh schon musst‘ er sterben.
Er
war gerade sieben alt.
Sein
Todestag jährt sich nun bald.
Doch
gestern nun, grad‘ wie zum Hohn,
ertränkten
die Frösche meinen Sohn,
welcher
als Jüngster hat von allen,
mir
beinahe so gut gefallen,
vom
Vaterstolz und vom Gefühle,
wie
meine Gattin Leckemühle.
Pausback
hat ihn umgebracht.
Es
war Mord mir Vorbedacht.
Er
stieg auf einen Stuhl hinauf
und
sprach in hasserfülltem Ton:
„Ab
heute hört sich solches auf.
Der
Meuchelmord an meinem Sohn,
der
friedlich war und unbescholten,
hat
unserm ganzen Volk gegolten“
Er
schrie herab vom hohen Stuhl:
„Lasst
die Frösche dort im Pfuhl,
dieser
gottverdammte Rasse,
wie
es sich gehört im Hasse,
als
Vergeltung für die Sache,
spüren
uns‘re Mäuserache.
Ich
gebe euch den guten Rat,
lasst
sofort schreiten uns zur Tat.
Lasst
gegen die Frösche uns in Bälde,
gemeinsam
ziehen nun zu Felde“.
Das
Mausvolk grölte wild entschlossen:
„Von
jetzt an wird zurückgeschossen.
Lasst
uns ziehen in den Krieg.
Tod
den Fröschen, uns der Sieg“.
Die
Abstimmung war schnell geschehen.
Weil
Gegenstimmen übersehen
wurden,
hieß das Resultat
Casus
Belli für den Staat.
Darum,
gleich d‘rauf, noch in der Nacht,
haben
die Mäus‘ mobil gemacht.
Man
zog sich Waffenröcke an
und
hat auch sonst alles getan,
was
ein Soldat so eben macht,
bevor
in‘s Feld er zieht zur Schlacht.
Zum
Schutz der Schenkel sollten dienen,
gebrochene
Bohnen, die als Schienen,
an
die Beine man gezurrt
kunstvoll
hatte mittels Gurt,
der,
das ist bei Mäusen klar,
gewirkt
aus einem Grashalm war.
An
die Bohnen hatte in der Nacht
ein
Stosstrupp sich herangemacht,
der
todesmutig, höchst gewagt,
die
Bohnen hatte losgenagt
und
sie ins Lager transportiert,
wo
man Schienen d’raus montiert.
Die
Brustpanzer, all‘ leuchtend hell,
waren
gefertigt aus dem Fell
des
Wiesels, welches mittels Trick,
erhenkt
ward mit `nem Würgestrick.
Das
arme Tier, das so geendet
wurd‘
abgehäutet und gewendet,
sein
Balg zernagt in kleine Flecken,
die
Brüste der Krieger zu bedecken,
zu
schützen deren tapf‘res Herz
vor
Verwundung und vor Schmerz.
So
sah, um Schaden zu vermeiden,
man
vor’m Krieg, die Mäus‘ sich kleiden.
Als
Schild, zu blocken Pfeil und Speer,
dienten
den Kriegern nun im Heer,
gewölbte
Deckel, die von Lampen
stammten
und die grauen Wampen,
dazu
sollten sie auch nützen,
vor
Verwundung gut zu schützen.
Die
Lanzen, um den Feind zu stechen,
waren
Nadeln, schwer zu brechen,
vom
Kriegsgott Ares ausgeliehen.
Damit
in den Krieg zu ziehen
wurd‘
für jede Maus zur Pflicht,
selbst
wenn sie wollte es gar nicht.
Die
Helme aus Kichererbsenschoten,
sollten
die Verwundungsquoten
in
Grenzen halten. D‘rauf geschlagen,
ließ
sich ein Schwerthieb selbst ertragen.
So
waren die Mäuse gut gerüstet.
Sie
haben lautstark sich gebrüstet,
dass
sie in den nächsten Tagen
den
Feind im Felde würden schlagen.
Als
die Frösche es bemerkten,
wie
die Mäuse sich verstärkten,
für
das Kämpfen und das Streiten,
um
zum Waffengang zu schreiten,
tauchten
sie aus dem Teiche auf.
Schnell
hüpften sie im Dauerlauf
zum
Versammlungsplatz an Land,
zu
halten Kriegsrat mit Verstand.
So
recht konnt‘ keiner ganz versteh’n
was
mit den Mäusen war gescheh’n.
„Was
hat die nur so aufgeregt“,
hat
sich das grüne Volk gefragt,
und
über Kriegsgefahr geklagt.
Gemeinsam
wurde überlegt
mittels
Geist und mit Gespür,
was
der Grund sein könnt‘ dafür.
Doch
keiner wusste so recht Rat
bis
eine Maus zu ihnen trat.
Mit
Heroldstab, so wie es Sitte,
trat
jene nun in ihre Mitte.
Herr
Topfkriecher von Käsehöhler,
von
Herkunft aus hochwohlgeboren,
ward
als Herold, weil ein Gröler,
von
seiner Durchlaucht auserkoren,
zu
der Fröschen hin zu eilen,
um
König Pausback mitzuteilen,
dass
der Tod von Krümeldieb,
ungesühnt
nicht länger blieb.
Aus
seinem wohlgeschulten Munde,
vernahm
das Froschvolk nun die Kunde:
„Edle
Frösche, die Mäuse senden mich
zu
euch, denn sie sind außer sich.
Der
König droht und lässt euch sagen,
dass
er es niemals wird ertragen,
was
König Pausback führte aus,
den
Mord an Krümeldieb der Maus,
welche
der Thronfolger einst war,
und
tot ist nun für immerdar.
Man
sah im See die Leiche treiben.
Sein
Tod soll ungerächt nicht bleiben.
D‘rum
rüstet Euer Volk zum Streit.
Das
Mäusevolk steht schon bereit,
denn
es dürstet arg nach Rache,
in
der Mausertränkungssache.
Wir
hatten alle ihn sehr lieb,
den
wackren Prinzen Krümeldieb.
Also
kämpft ihr tapf’ren Poggen,
rüstet
euch, kommt in die Socken.
Und
was seit jeher sich’s bewährte,
wenn
jemand einen Krieg erklärte,
überreichte
dann der Bote,
noch
die offizielle Note.
Auf
der stand zweifelsfrei und klar
was
den Fröschen klar längst war.
Mit
dem Frieden war es aus,
die
Freundschaft endgültig vorbei,
Ja
, sprach beim Abschied keck die Maus,
„bald
gibt es eine Keilerei“.
Nachdem
die Botschaft überbracht,
hat
sie sich aus dem Staub gemacht.
Sie
verließ der Grünen Lager
und
kehrte heim in das der Nager,
wo
sie sich, viel Feind viel Ehr,
reihte
ein ins Mäuseheer.
Die
Frösche waren sehr empört
über
das was sie gehört.
König
Pausback kam zu Ohren,
Kritik,
die ziemlich unverfroren,
in
welcher man sein Tun beklagte.
Worauf
sich der erhob und sagte,
„Der
Vorwurf, den man mir gemacht,
dass
ich die Maus hätt‘ umgebracht,
ist
erlogen und erstunken.
Das
dumme Ding ist schlicht ertrunken.
Die
Mordanklage kann nicht stimmen.
Das
blöde Vieh konnt‘ nicht `mal schwimmen.
„Glaubt
mir“, gab er zu verstehen,
„das
Ganze war nur ein Versehen.
Die
Maus hätte nicht sterben brauchen.
Doch
wenn man nicht versteht zu tauchen,
wie
es bei uns ein jedermann,
bereits
im Quappenalter kann,
dann
trägt man selbst die Schuld am Tod.
Ich
war freundlich stets zur Maus,
lud
sie ein zu mir nach Haus.
Doch
dann geriet ich selbst in Not.
Eine
Wasserschlange wollt‘ mich töten“.
Ohne
dabei zu erröten,
log
Pausback, alles war ganz Ohr,
dem
Froschvolk `ne Geschichte vor,
die
plausibel klang. Ob wahr,
was
er berichtete, auch war,
das
steht auf einem andern Blatt.
„Was
sich im See ereignet hat“,
so
sprach er voller Ungeduld,
„daran
ist nur die Schlange schuld.
Ich
meine Händ‘ in Unschuld wasche.
Ich
sage euch, die miese Masche,
Mordvorwürfe
uns zu machen,
find‘
ich wirklich nicht zum Lachen.
Darum
lasst uns überlegen,
was
wir tun können dagegen,
dass
das Lumpenpack in Grau
die
Wahrheit nimmt nicht so genau.
Voll
Hinterlist ist das Gesindel,
erfindet
Märchen nur und Schwindel.
Man
bezichtigt uns der Lüge.
Solch‘
Tun verdient schon mehr als Rüge.
Was
denken sich die blöden Affen.
Sie
drohen sogar nun mit Waffen.
Sie
wollen gegen uns den Krieg.
Hört
zu ihr Frösche, lasst euch sagen
wie
wir die Mäus‘ vernichtend schlagen.
Auf
die Taktik kommt es an.
Ich
habe da schon einen Plan.
Mit
jenem führ‘ ich euch zum Sieg
Die
Strategie ist höchst verwegen.
Ich
werde sie euch dar nun legen.
Mit
ihr allein kann es gelingen,
die
Mäuseheere zu bezwingen“.
Und
dann erklärte er geschwind,
wie
die Mäus‘ zu schlagen sind.
„Sollten
sie den Angriff wagen,
werden
tapfer wir uns schlagen.
Wir
machen unser Volk mobil
und
kämpfen nach bewährten Stil.
Wir
sammeln uns am Uferrand,
wo
abschüssig und steil der Strand.
Dort
lauern wir die Mäuse auf.
Im
Wasser warten wir darauf,
bis,
verblendet sie im Hass,
heranstürmen.
Dann machen wir sie nass.
Ein
jeder von uns packt am Helm,
sich
mutig einen Mäuseschelm
und
zerrt ihn schnell über die schiefe
Bahn
nach unten in die Tiefe,
taucht
ihn unter Wasser dann,
dass
er nicht mehr atmen kann.
Wer
uns in die Quere läuft,
wird
auf diese Art ersäuft.
Dies,
ihr Frösche, ist mein Plan,
mit
dem man Mäuse schlagen kann.
Nach
der Schlacht und unser’m Sieg,
zeugt
ein Denkmal bald vom Krieg,
welches
uns gereicht zur Ehr,
erinnert
an das Mäuseheer,
das
von uns im Tatendrang,
vernichtet
wurd‘ im Waffengang“.
Die
Ansprache, recht klug gehalten,
ließ
die jungen wie die alten
Frösche
stolz vor Mut sich brüsten.
Dann
begann man sich zu rüsten.
Der
langen Rede kurzer Sinn!
Das
Volk rannt‘ zu den Waffen hin.
Um
zu vermeiden großen Schaden,
band
man sich Schilfrohr um die Waden.
Die
Krieger, legten selbstbewusst,
sich
nun Panzer um die Brust,
die,
was man am Teiche hatt‘,
man
fertigte aus Mangoldblatt.
Das
war dafür geeignet gut.
Aus
Muschelschale ward der Hut,
aus
echtem Perlmutt so gemacht
dass
er, vor Schlägen in der Schlacht,
den
Kopf des Kriegers schützen sollte,
den
keiner gern verlieren wollte.
Als
Schild, gewölbt, nach innen hohl,
dienten
Blätter frisch vom Kohl.
Sie
sollten, weil recht zäh sie waren,
die
Frösch‘ im Kampf davor bewahren,
dass
des Gegners Lanzenstich
eindringt,
das wär‘ fürchterlich,
in
den grünen Wanst, o je,
so
wusste jeder, das tut weh.
Die
eig‘ne Lanze, für die Schlacht,
wurde
aus Binsenrohr gemacht,
welches
gut acht Ellen maß,
worauf
ein Rohrkolbenspitz saß.
So
drängten sich im Kriegsgewand,
die
Helden bald am Froschteichrand,
und
schwangen voller Tatendrang,
die
Lanzen und ihr Kriegsgesang,
erschallte
tausendstimmenfach
bis
hinauf zum Sternendach,
wo
im Olymp die Götter saßen
und
ihr Ambrosia grad‘ aßen.
Gottvater
Zeus, der alte Lümmel,
welcher
ein Weiberheld einst war,
sah
hinab auf das Getümmel
und
erkannte die Gefahr.
Er
rief die Götter. „Schaut nur seht,
dort
unten es gleich los nun geht“.
Alle
sahen nun die Scharen
die
aufmarschiert dort unten waren.
„Drohend
wie die Gigantenheere,
die
mir einst kamen in die Quere,
marschieren
unten sie am Teich
blutrünstig
auf um Pausback‘s Reich.“
So
sprach schelmisch lächelnd Zeus,
und
danach, mit Ernst im Wort,
fuhr
er fragend weiter fort:
„Wer
von euch ist für die Mäus‘,
wer
schreitet ein, von euch, mit Taten,
falls
die Frösch‘ in Not geraten“?
Das
wollt‘ der Alte, gar gerissen,
von
seinen Untergöttern wissen.
„Ihr
dürft die Zuneigung ruhig zeigen,
die
ihr hegt im Frosch-Maus Streite,
für
diese oder jene Seite“.
Die
Antwort d’rauf war Götterschweigen.
Da
wandte sich Zeus dem Töchterchen zu:
„Pallas
Athene, für wen bist denn du?
Für
wen ergreifst denn du Partei?
Sag
nicht, dass es wäre dir einerlei.
Sicher
wirst du den Mäusen zu Hilfe eilen,
ihr
Leid im Krieg, mit ihnen teilen,
wo
sie dich doch stets umringen,
pfeifend
im Tempel um dich springen.
Tag
und Nacht sie niemals ruh’n,
sich
am Speiseopfer gütlich tun,
dir
zur Seite steh’n, so wie es Brauch,
selbst
im dichten Opferrauch,
mutig
stets bereit zum Mampf.
Sicher
begleitest du sie nun im Kampf“.
So
sprach der Kronide und segnete
seine
Tochter, worauf die ihm entgegnete:
„Lieber
Vater, glaube mir,
Mäuse
sind gar böse Tier‘.
Niemals
helfe ich dem Pack,
das
mit mir manch‘ Schabernack,
den
selbst wir Götter nicht recht lieben,
hat
so oftmals schon getrieben.
Selbst
zu meinen Priestern gar,
schlichen
sie auf den Altar,
und
trugen vom geweihten Ort,
die
Opfergaben alle fort.
Sie
haben frech und unverzagt,
gar
meine Binden angenagt,
die
ich des nachts und auch am Tage,
einmal
im Monat jeweils trage.
Mein
jungfräuliches Götterblut
schmeckte
ihnen wohl so gut,
dass
manche lang‘ schon vor der Zeit
vor
dem Mausloch lag bereit,
lauernd
wie auf heißen Kohlen,
ob
es bald `was gäb‘ zu holen.
Ja,
Papa, du sollst es wissen.
Eine
hat mich gar gebissen,
als
sie in meiner Binde stak.
Dass
ich zu Tode fast erschrak,
wirst
du sicherlich verstehen.
Es
war vermutlich ein Versehen,
ich
war auch nicht sehr schwer verletzt,
doch
die Binde war zerfetzt.
Ich
musst‘ noch nachts zum Krämer laufen
um
neue Binden mir zu kaufen“.
Die
andern Götter grinsten schief.
Pallas
fuhr fort. „ Als nachts ich schlief,
ging
eine Maus, in ihrer Lust,
im
Bette mir gar an die Brust.
Sie
wollte wohl was Gutes haben
und
sich an Jungfernmilch `mal laben.
Im
Schlaf hat sie mich angemacht.
Doch
Gott sei Dank, ich bin erwacht
bevor
die Maus zu schnabulieren
beginnen
konnte unter‘m Hemd.
Sie
wollt‘ bei mir sich verlustieren.
Doch
solches war mir einst noch fremd“.
Die
andern Götter lachten laut.
Athene
sprach: „an meine Haut,
das
hab ich dereinst ernst genommen,
ließ
ich keinen Mauser kommen.
Ich
hab noch in der selben Nacht,
den
Garaus ihr im Bett gemacht“.
Und
dann fuhr sie gar nicht heiter
in
ihrem Mausberichte weiter:
„Die
Grauen mochte ich noch nie.
Ich
hege keine Sympathie
für
das Mäusevolk im Herzen.
Sie
stahlen mir sogar die Kerzen
die
ich im Tempel für die Nacht,
aus
Bienenwachs hab‘ mir gemacht.
Manch
Lampe haben sie zerbrochen,
weil
das Öl sie darin rochen
und
davon, obgleich sie es nicht sollten,
immer
wieder naschen wollten.
Weil
mir ihr Tun hat nicht behagt,
hab‘
ich sie oft davon gejagt.
Doch
was kürzlich sie gemacht,
hat
gegen sie mich aufgebracht.
Sie
knabberten an meinem Kleid,
das
ich gewebt vor langer Zeit,
mit
großer Müh‘ aus feinstem Faden.
Das
gute Stück, es kam zu Schaden.
In’s
schönste Gewand, das ich je besessen,
haben
die Mäuse mir Löcher gefressen.
Der
Schneider täglich vor mir flennt.
Ich
schulde ihm noch zehn Talent.
Ich
kann mir selber nichts mehr leisten.
Darum
Papa, wirst du versteh’n,
was
immer wird im Krieg gesche’n,
die
Mäuse, die verfluchten, dreisten,
sind
mir all‘ Schnuppe, völlig gleich.
Selbst
wenn man sie ersäuft im Teich,
ist
mir dieses einerlei.
Ich
stehe ihnen niemals bei“.
Dann
kam sie auf die dreisten, frechen,
Schreihälse
im Teich zu sprechen.
„Das
grüne Tier im andern Heer,
mag
ich auch nicht g’rade sehr,
denn
der glitschignassen Zunft,
fehlt
es gänzlich an Vernunft.
Zu
was die Frösche sich erfrechen,
und
was sie sich gar dreist erlauben,
macht
mir schon lange Kopfzerbrechen,
das
könnt ihr mir hier ruhig glauben.
Die
Frösche sind total missraten.
Stellt
euch vor, was sie jüngst taten.
Als
ich gerad‘ vom Krieg heim kam,
total
erschöpft und ziemlich müde,
das
Froschvolk sich sehr schlecht benahm,
sie
stritten laut im Teich und rüde.
Ich
konnte nicht zur Ruhe kommen,
so
haben sie sich nachts benommen.
Sie
quakten durch. Die ganze Nacht,
hab‘
ich kein Auge zugemacht.
Ich
erinn‘re mich genau,
an
den schrecklichen Radau,
der
morgens erst sein Ende nahm,
als
Bacchus grad‘ nach Hause kam.
Zum
Schlafen war es längst zu spät,
denn
der Hahn hat schon gekräht.
So,
Papa, du wirst es versteh’n,
ich
mag keinen Frosch mehr seh’n,
selbst
wenn im Krieg sie leiden Qual,
mir
sind die Frösche scheißegal.
Wir
Götter sollten’s endlich lassen,
auf
die dort unten aufzupassen.
Was
schert uns hier ihr dummer Streit,
den
sie austragen, von Zeit zu Zeit.
Wir
sollten uns daran nicht stören.
Sie
brauchen ja nur aufzuhören.
Warum
uns der Gefahr aussetzen?
Wir
könnten uns dabei verletzen,
denn,
wie wir hier wohl alle wissen,
kämpft
man dort unten gar verbissen.
Lasst
uns lieber von hier oben,
indem
wir auf den Wolken liegen,
zuschau’n
wie die furchtbar groben,
Tiere
unten sich bekriegen.
Lasst
uns mit Geduld ertragen,
wie
Frösche sich mit Mäusen schlagen“.
So
sprach Athene: „Papa verzeih‘“.
Die
andern pflichteten ihr allesamt bei.
Schnell
nahm man dann die Plätze ein
ließ
alle fünfe g’rade sein,
und
sah in göttlich weiser Ruh,
von
oben aus dem Drama zu,
das
unten sich an Pausback‘s Teich,
sollte
nun ereignen gleich.
Schon
kündete Trompetenschall,
von
Mücken geblasen im Rund überall,
dass
an des Teiches Wasserkante,
ein
fürchterlicher Krieg entbrannte.
Im
Olymp setzte auch Zeus nun ein Zeichen.
Er
ließ einen donnernden Furz sacht entweichen.
Das
war das Signal, den Krieg zu beginnen.
Noch
keiner konnt‘ sagen , wer würde gewinnen.
Maus
Leckmann stand in vorderster Reihe.
Sie
starb mit erbärmlich quietschendem Schreie,
als
Frosch Schreihals, viel Feinde, viel Ehr,
ihr
durch Bauch und Leber rammte den Speer.
Kopfüber
stürzte sie nieder und starb dann verdutzt.
Ihr
samtenes Fell vom Blute beschmutzt,
war
nicht mehr, wie vorher, schneeweiß sondern rot.
Es
störte sie nicht mehr, denn nun war sie tot.
Danach
spießte Lochmann den Pfützerer auf.
Sein
Speer drang tief ein und nahm seinen Lauf.
Mutlos
sank er nieder und war auch gleich hin.
Aus
dem Leib floh die Seele, was sollt‘ sie noch drin‘.
Frosch
Mangoldfreund zum Letzten entschlossen,
hat
den tapferen Mauser Topfkriecher erschossen.
Sein
Pfeil schlug ein, genau über‘m Herzen.
Obwohl
die Maus fiel, spürte sie keine Schmerzen.
Den
Pfeil sah man zitternd im Fell bei ihr stecken.
Nachdem
sie laut quietschte, musst‘ sie verrecken.
Maus
Käsehöhler, kaum war sie entdeckt,
wurde
als nächste niedergestreckt.
Als
Korax, im Schilf, Maus Schinkerich sah,
schiss
die sich ins Fell, vor Kriegsangst beinah.
Doch
dazu kam es, Gott sei Dank, nicht mehr ganz.
Der
Frosch griff sie sich vorher am Schwanz
und
schleuderte sie durch die Lüfte im Bogen,
hinein
in den Teich, in die rauschenden Wogen.
Die
Arme hat es arg getroffen.
Sie
ist elendiglich ersoffen.
Auch
Maus Pfunderer erging es nun schlecht.
Frosch
Schlammrich stutzte sie sich zurecht,
schlug
ihr brutal mit einem Stein,
den
grauen Mäuseschädel ein.
Ihr
Helm der Maus nur wenig nützte.
Das
Hirn ihr aus der Nase spritzte.
Man
sah ihr an, sie war getötet.
Der
Boden war vom Blut gerötet.
Maus
Tellerlecker brachte nun
ihrerseits
den Schlammrich um.
Als
sie behend‘ nach vorne sprang,
die
Lanze in den Frosch eindrang.
Schlammrich
wirkte ziemlich krank
als
er kurz d‘rauf zu Boden sank.
Todesdunkel
umgab ihn schnell
und
es wurd‘ nie wieder für ihn hell.
Als
Grünrock sah den feigen Mord
zerrte
er den Mörder fort.
Griff
ihn sich an der Gurgel dann,
erdrosselte
den Mäusemann,
dass
jener niemals mehr im Leben,
konnt‘
einen Pfeifton von sich geben.
Krümeldieb
rächte den toten Gefährten,
stieß
Grünrock, dem tapf’ren und allkampfbewährten
Krieger
die Lanze in die schwammige Leber
Er
traf in die Milz dabei tief mit hinein.
Da
half weder Mull noch irgend ein Kleber.
Das
Blut quoll heraus, so sollt‘ es auch sein.
Des
Frosches Seele flog zum Hades hinab.
Der
Rest fand im Teich ein erfrischendes Grab.
Als
Quäker dies sah, warf er Hände voll Schlamm
Nach
Krümeldieb‘s Augen, dem die Sicht d‘rum verschwamm.
Darüber
erbost, mit verschmiertem Gesicht,
war
das Mäuslein auf ein’s nur, auf Rache erpicht.
Mit
furchtbarem Zorn und eiserner Hand,
tappte
sie durchs Dunkel, ergriff was sie fand.
Es
war ein Knüppel, so dick wie ein Baum,
den
hat sie dem Frosch um die Ohren gehau’n.
Der
brach d’rauf zusammen, lag röchelnd im Staub.
Aus
seinen Ohren drang Blut, er war tot und halb taub.
Quakerich
rächte den Kameraden sogleich,
schlug
Krümeldieb mit der Faust windelweich.
Als
dieser bewusstlos im Drecke dann lag,
trat
sein Gegner heran, weder schüchtern noch zag,
und
stieß dem Wehrlosen, so wollt‘ es der Brauch,
den
Binsenspeer tief hinein in den Bauch.
Mit
starkem Arm riss er ihn wieder heraus.
Das
war zwar brutal und sah grausig aus,
doch
tat es der Frosch aus wichtigem Grund.
So
würde die Maus nie wieder gesund.
Aus
feistem Wanst, aufgedunsen, geschwollen,
die
Eingeweide matschig zu Boden ihr quollen.
Es
war zwar nicht schön anzusehen,
doch
der Maus tat’s nicht mehr weh.
Ihr
war es gleich, was ihr geschehen,
denn
ihr Leben war passe‘.
Der
listige Grüne drückte im Nu,
der
gefallenen Maus beide Äugelein zu,
damit
die Tote nicht mehr sah,
was
weiter noch mit ihr geschah.
Der
Frosch stahl dann, in seiner Gier,
die
Rüstung noch dem armen Tier.
Danach
gab er der Maus `nen Tritt.
„So“,
sprach er, „nun sind wir quitt“.
Sie
nahm gelassen es in Kauf.
Was
einem zwingt der Gegner auf,
das
muss man tun ohn‘ nachzudenken,
denn
nur die tapfersten beschenken,
in
der Schlacht im Völkerkriege,
die
Götter später mit dem Siege.
Man
kann den Tod oft nicht vermeiden.
Wer
siegen will muss das erleiden“.
So
dachte der wackere Quäkerich,
sehr
nachdenklich gerad‘ bei sich,
als
schon die nächste Angriffswelle
der
Mäuse rollte zu der Stelle,
wo
die Frösche auf Lauer lagen,
um
ihrerseits zurückzuschlagen.
Mit
Hurra und Kampfgeschrei,
stürmten
die Grauröcke herbei.
Wie
Pausback es vorausgeseh‘n,
sollt‘
es den Mäusen nun ergeh‘n.
Dort
wo zu End‘ der gräserne Wald,
auf
dem abschüssigen Gelände am See,
geriet
man in den Hinterhalt.
Es
erwischte sie, ojemine.
Sie
strauchelten alle, so wie sie es sollten.
Während
sie kugelnd nach unten hin rollten,
plärrten
sie, nun nicht mehr so froh,
in
panischer Angst Zeter-Mordio.
Doch
nicht alles lief nach Plan.
Als
sie im Wasser kamen an,
begrub
die halbe Mausarmee,
die
Frösche unter sich im See.
Die
meisten wurden plattgedrückt,
Pausback‘s
Strategie missglückt.
Grün
und Grau ist umgekommen.
Die
Leichen sind davongeschwommen.
Einer
jedoch ist nicht mit gefallen.
Der
zackigste von den tapferen allen,
Brotnager,
seines Zeichens Rex,
war
nicht dumm und auch kein Fex.
Er
hatte den Befehl gegeben.
Dass
er allein konnt‘ überleben
lag
daran ,dass er ziemlich klug,
doch
nicht tapfer war genug,
um
beim Angriff mitzustreiten.
Ihm
genügte schon das Vorbereiten.
Nun,
da er sein Heer, ganz offenbar,
zum
größten Teil ersoffen war,
musste
er wohl selber ran.
Das
hat er nicht so gern getan.
Er
sah König Pausback, der tauchte nun auf.
Als
letzter der Grünen kam er jetzt herauf.
Die
beiden Heerführer prallten aufeinander
Und
kämpften mit Urgewalt dann miteinender.
Brotnager
traf Pausback, was tat es dem weh,
mit
dem Degen ganz vorne am Nagel vom Zeh.
Dem
traten drei Tropfen von bläulichem Blut,
ach,
es war fürwahr ein Graus,
aus
dem grünen Zeh heraus.
Da
verließ ihn die Kraft und es wich all sein Mut.
Entkräftet
sank er nieder und wurde bedrängt.
Da
hat sich Frosch Grünrock durch die Reihen gezwängt.
Er
schleuderte mitten durch’s kämpfende Heer,
auf
Mauskönig Brotnager gezielt seinen Speer.
Doch
dieser blieb stecken in Brotnagers Schild.
Der
gestikulierte und fluchte wie wild.
Da
schleuderte, aus der Menge heraus,
der
Hüne Quakus die Lanze zur Maus.
Er
wollte es gleichtun Gott Ares im Kriege,
der
oft schon gewendet eine Schlacht noch zum Siege,
die
andere längst verloren geglaubt.
Er
zielte auf Mauskönig Brotnagers Haupt.
Dann
schwirrte die Lanze. Nachdem sie geflogen,
traf
Brotnagers Helm sie. Dort stak sie verbogen.
Doch
Quakus, der furchtlose Krieger und Recke,
stürmte
nach vorne, wollt‘ bringen zur Stecke
den
verhassten Mäusefürsten,
denn
er verspürte Rachedürsten.
Er
kannte, vor Mordlust, jetzt kaum noch Geduld.
Der
Mauskönig, vor ihm, allein trug die Schuld,
am
Krieg, der ringsum so fürchterlich tobte,
weshalb
er dem Graurock im Hasse gelobte.
„Ich
bring‘ dich um du blöde Maus,
dann
ist es mit dem Krieg bald aus“.
Als
sein Gegner dieses vernommen,
hat
er Reißaus schnellstens genommen.
Quakus
stürmte hinterher.
Er
kannte kein Erbarmen mehr.
Doch
Brotfraß und Schinkler, zwei Mäusesoldaten,
kamen
ihrem König zu Hilfe und taten,
ohne
jegliche Debatte,
was
Quakus nicht erwartet hatte.
Sie
schwangen den Schild und sie zückten den Speer,
und
stürmten nun hinter dem Froschkrieger her.
Doch
Quakus, der Recke, zögerte nicht lang,
ihm
fehlte zum Kampfe ganz plötzlich der Drang.
Er
tauchte hinab, in den See tief hinein,
ließ
die beiden zurück, an Land ganz allein.
Es
war jedoch im Mäuseheer,
ein
edler Krieger, der galt mehr.
Bröckchenräuber
hieß die Maus.
Die
trumpfte auf, sie kannt‘ sich aus.
Sie
war der Sohn von Mauser Nager,
der
ein Fachmann war im Mäuselager,
was
das Kuchenaufspüren betraf.
Den
fand sie nachts sogar im Schlaf.
Sie
hatte, als mobil wurd‘ gemacht,
sich
zurückgezogen mit Bedacht,
in
ihr Loch auf leisen Sohlen,
zu
kämpfen ihrem Sohn befohlen.
Dem
sah sie jetzt zu, sie war wohlgemut
und
dachte bei sich, „die Schlacht steht recht gut“,
denn
Bröckchenräuber, ihr Sohnemann,
schickte
sich gerade an,
das
Geschlecht von grünen Fröschen,
mit
neuen Waffen auszulöschen.
Er
hatte eine Nuss aufgebrochen,
welche
er gefunden hatte vor Wochen.
Die
Hälften er als Handschuh‘ trug,
womit
er blindlings um sich schlug.
Mit
diesen, nicht zu ihrem Heile,
bezogen
die Frösche nunmehr Keile.
Die
Maus machte sie Angst und Bang‘.
Sie
liefen fort, am Teich entlang,
wandten
verzweifelt sich zur Flucht,
haben
zu retten sich versucht.
Doch
Bröckchenräuber hinterher.
Es
gab jetzt kaum noch Gegenwehr.
Nun
wäre der Krieg fast entschieden gewesen,
denn
die Maus, sie fegte mit eisernem Besen,
alles
hinweg mit Schwung und Gewalt,
was
grünlich war von Froschgestalt.
Hätte
nicht Zeus gestoppt nun den Wahn,
weil
ihm die Frösche leid getan,
würde
die Maus in den grasgrünen Horden,
noch
heute die tapferen Frösche ermorden.
Doch
der Kronide hatte Erbarmen,
mit
den Fröschen. Mit fuchtelnden Armen,
sprach
er zu den Göttern die göttlichen Worte,
wohl
überlegt und gesprochen in Forte:
„Ich
kann es ja fast selbst nicht glauben.
Was
sich die Mäuse da erlauben,
geht
auf keine Ägis mehr.
Ohne
Moral und ohne Ehr,
schlägt
Bröckchenräuber nun d‘rauf los.
Heldenhaft
zwar, wie er ficht,
wie
ich dereinst, fast so famos.
Das
Froschvolk überlebt es nicht.
D‘rum
Athene, Ares, werdet munter.
Ich
schicke euch zu ihm hinunter.
Ihr
seid schließlich kriegserfahren
schon
seit vielen tausend Jahren.
Ihr
könnt den Mauser niederzwingen
um
vom Kampf ihn abzubringen“.
So
sprach Zeus, Herr über Krieg und Frieden,
zu
seinen Göttern, die gewohnt stets zu siegen.
Doch
Ares entgegnete und gab zu bedenken:
„Die
Maus könnt‘ Athene die Knochen verrenken,
und
auch meine Kraft, denke ich, reicht diesmal nicht aus,
zu
bezwingen, dort unten, die wütende Maus.
Wenn
wir abwenden wollen, was den Fröschen nun droht,
sie
erretten vor Niederlage, Untergang, Verderben und Not,
dann
müssen wir alle die Arbeit uns teilen,
und
gemeinsam dem Froschvolk zur Hilfe nun eilen,
oder
du selbst, du kennst dich da aus,
hilfst
ihnen allein aus der Patsche heraus.
Schleudere
deinen Donner, das wird ihn erschrecken.
Er
wird daraufhin seine Waffen dir strecken.
Schlage
ihn, wie du einst Kapaneus besiegt.
Der
hat von dir auch sein Fett abgekriegt.
Wirf
ihn in den Staub, so wie die Giganten,
die
Hals über Kopf zur Flucht sich einst wandten,
vor
dir, so wie es Homer hat besungen.
Du
hast selbst den eigenen Vater bezwungen.
Strecke
ihn nieder und jag‘ ihn davon,
wie
du es getan einst mit Enkeladon“.
So
sprach Ares zu Zeus, seinem göttlichen Vater.
„Mach
mit dem Mauser nicht erst lang‘ Theater.
Schick‘
ein paar mächtige Blitze hinab,
dann
lässt Bröckchenräuber von den Fröschen schnell ab“
So
geschah es. Der alte Zeus donnerte los.
Die
Schadenfreude der anderen Götter war groß,
denn
sie dachten, den Mauser würde das stören.
Doch
jener tat so, als würd‘ er’s nicht hören.
Er
mordete weiter, dem Endsieg entgegen,
und
war sich so sicher. „Ich bin überlegen“,
so
hat er mordend bei sich still gedacht
und
über die feigen Frösche gelacht.
Da
griff Zeus zornig erneut nach dem Beil
um
mit Donner zu laden den nächst größeren Keil.
Es
krachte, dass beinah‘ der Olymp barst entzwei.
„Ich
habe“, grinste er,“ noch weitere drei“.
Dann
schwang er die furchtbaren Waffen im Kreise,
im
Zorn, in gar furchterregender Weise.
Dann
ließ er sie fahren, alle Welt war erschreckt,
doch
unten, bei der Maus, hat es rein gar nichts bezweckt.
Bröckchenräuber
ließ sich nicht beirren
durch
Donner und durch Blitzeschwirren.
Er
hörte die Frösche nur jammern und klagen
und
hoffte das ganze Volk zu erschlagen.
Beinahe
hätte er den Krieg noch gewonnen.
Da
hat der Kronide etwas neues ersonnen.
Für
das Froschvolk, das kurz vor dem Untergang stand,
ein
arbeitsloses, ausgeruhtes Söldnerheer er fand.
Das
heuerte er an, mit `ner Kiste voll Gold.
Weil
jeder bekam, was ihm zustand an Sold,
rückten
die Söldner ins Feld auch gleich aus,
niederzuringen
die tapfere Maus,
und
alle die noch übrig waren,
von
den einst so stolzen Scharen.
Sie
marschierten in Massen vom Olyp aus heran,
mit
gepanzerten Rücken, vorn‘ Krummsäbel d’ran.
Sie
stürmten all‘ seitwärts, wobei sie arg schielten,
damit
sie beim Aufmarsch, die Marschordnung hielten.
Ihre
furchtbaren Mäuler glichen zwei Scheren.
Ihren
beinernen Zangen konnt‘ sich niemand erwehren.
Knöchern
gepanzert waren die Rücken.
Auch
die Bäuche waren mit Panzern versehen,
und
zwar so, dass sie nicht störten beim Gehen.
Die
Rüstung der Krieger, sie hatte acht Lücken,
die
waren vom Konstrukteur dafür bezweckt,
dass
man die Beine durch sie hindurch steckt.
Die
Söldner alle gut gebaut,
zeigten
nicht ein bisschen Haut.
Ihre
Schultern glänzten, wuchtig und breit,
die
Augen blickten wachsam umher jederzeit,
um
ordentlich beim Seitwärtseilen,
die
Lage rundum gut zu peilen.
Acht
Füße, zum marschieren gemacht,
trugen
die Monster im Gleichschritt zur Schlacht.
Zwei
Zangen nannt‘ das Tier sein eigen,
doch
keine Hand zum Finger zeigen.
Krebse
hießen sie mit Namen,
die
zu Tausenden nun kamen.
Sie
kniffen und zwickten und waren nicht faul,
die
Mäuse zu attackieren mit Scheren und Maul.
Manch
Zange zwickte vom mausgrauen Schwanz
ein
Stückchen sich ab oder stutzte ihn ganz.
Da
haben die Mäuse das Weite gesucht
und
flüchtend, im Stillen, die Götter verflucht,
die
ihnen den Sieg vermasselt grad hatten.
Man
konnte nicht `mal mehr, die Toten bestatten,
die
zu Tausenden auf dem Schlachtfeld jetzt lagen.
Wer
noch rennen konnte, nahm hastig Reißaus,
sonst
hätten die Krebse auch den Rest noch erschlagen.
So
war der eintägige Krieg dann schnell aus.
Moral
So
die Moral von dem Gedicht:
„Besser
ist’s, man wagt es nicht“!
Epilog
Es
blieb‘ noch manches nachzutragen.
D‘rum
lasst, ganz kurz, mich dies‘ noch sagen,
weil
ich denk‘, es passt hier her.
Ich
bitt‘ Euch alle wirklich sehr.
Lasst
die Finger weg vom Krieg,
denn
bitter schmeckt sogar der Sieg
Ich
kenne das Soldatenleben,
denn
ich war bei Vater Staat,
ein
Leben lang Berufssoldat.
D‘rum
will ich euch zum Besten geben,
was
ich, seit kurzem Pensionär,
halte
heut‘ vom Militär.
„Es
bringt nichts ein, sich hochzurüsten
und
mit Waffen sich zu brüsten.
Selbst
wenn diese nur bezwecken,
einen
Gegner abzuschrecken,
werden
sie stets provozieren.
So
läuft die Rüstungsschraube an
bis
einem fehl’n die Mittel dann,
und
er, obgleich er es nicht will,
abbaut
seinen Overkill.
Einer
könnt‘ es `mal probieren,
so
wie es einst im Mäusestaat,
der
dumme Mäusekönig tat.
Wehe
uns. Wenn das passiert,
dann
hätt‘ uns Brotnager blamiert.
Wir
wären dümmer als das Vieh
in
Homers Batrachomyomachie.
Ich
sag‘ das nicht von ungefähr,
war
lang‘ genug beim Militär,
um
ein Urteil mir in Sachen,
Krieg
und Frieden selbst zu machen.
Ich
kenn‘ des Heer und die Soldaten,
und
manche ihrer Heldentaten,
die
von den tapf’ren, ausgekochten,
Kriegern
wurde ausgefochten.
War
selbst in mancher Schlacht dabei,
stand
selten nur in zweiter Reih.
Auch
manchen Stab lernte ich kennen,
der
meist zu groß und aufgebläht,
und
was Offiziere Planung nennen,
bei
der Generalität.
Auf
manchem Schiff der Hochseeflotte,
fuhr
ich in der ersten Rotte.
Selbst
unter Wasser, etwas bang,
fuhr
ich zur See, zwei Jahre lang.
Und
wie beim Militär es Brauch,
bin
ich oft geflogen auch.
Ich
hab es nicht sehr weit gebracht,
denn
wer Gedanken sich dort macht,
der
kann bei der Armee nichts werden.
Doch
wer „ja“ sagt, treu und brav,
und
die Natur hat von `nem Schaf,
das
stoisch mitläuft in der Herden,
kann
es beim Kommiss weit bringen.
Solch
einem kann es dort gelingen,
selbst
wenn er gar kein Rückgrat hat,
und
auch kein großes Geistformat,
durch
Buckeln und mit Konzilianz,
durch
Kriechen und durch Flagge zeigen,
treu
dienend, von der Ordonnanz,
bis
zum Feldherrn aufzusteigen.
Es
gibt Beispiele dafür.
Gehorsam,
den man übertreibt,
wuchert
aus zum Krebsgeschwür,
das
der Armee erhalten bleibt.
Ich
hab‘ die Bilder noch vor Augen,
von
Armeen, die nichts taugen.
Von
jenen rabiaten Horden,
welche
Spaß fanden am Morden.
Die
brandschatzten und marodierten,
während
sie durchs Dorf marschierten,
die
brutal, wohin sie kamen,
Mädchen
sich und Frauen nahmen,
als
wären die der letzte Dreck.
Der
Soldat als Kinderschreck.
Mancher
hat dabei gelacht.
Fast
alle haben mitgemacht,
im
Kriege, wie beschrieben, so
vor
kurzem noch im Kosovo.
Auch
jetzt nach der Jahrtausendwende,
findet
das Morden noch kein Ende.
Des
großen Bären wack’re Streiter,
morden
grad‘ in Balkan weiter,
und
die Welt in aller Ruh,
schaut
im Fernsehn‘ dabei zu.
Verflucht
noch mal, was muss gescheh’n
bevor
wir auf die Straße geh’n.
Weil
diesmal es ein Riese ist
der
im Bruderkrieg vergisst,
dass
man, was er macht, nicht tut,
verließ
uns allesamt der Mut.
Selbst
die Politik versagt.
Was
sie noch kürzlich angeklagt,
billigt
sie nun ungeniert.
Es
wird von ihr jetzt hingenommen
und
gar von ihr finanziert.
Soweit
ist es mit der gekommen.
Mein
Gott denk‘ ich, es kann nicht sein.
Keiner
mischt sich diesmal ein.
Keiner
hat den Mut dazu.
Man
wartet ab in aller Ruh,
und
lässt die kleinen, braven guten
armen
Leute dafür bluten,
dass
jene die das Zepter tragen,
jämmerlich
erneut versagen.
„Zivilcourage“
denk‘ ich dann.
Darauf
kommt es heute an.
Wer
diese Tugend heut‘ nicht hat,
der
taugt auch nicht viel als Soldat.
Wann,
verflucht, verdammt noch mal.
meldet
hier, oder vor Ort,
endlich
auch ein General,
zu
dem Wahnsinn sich zu Wort,
indem
er die Medien auf sich lenkt,
und
sagt, was heimlich längst er denkt.
Doch
es ist, das wird mir klar,
auch
heut‘ noch, wie es immer war.
Aus
falsch verstand’ner Ehr und Pflicht,
wagt
es sich die Führung nicht,
den
eig’nen Kriegsherrn anzuklagen
und
die Meinung ihm zum sagen.
Im
Gegenteil, zu Gräueltaten
verpflichtet
sie die Frontsoldaten,
und
spornt mit schönen bunten Orden,
sie
täglich an zum Weitermorden.
Der
kleine Mann, so dekoriert,
macht
die Drecksarbeit, pariert,
weil
er denkt, es müsste sein.
Solch
Führungsstil ist zwar gemein,
doch,
das sei hier kurz erklärt,
er
hat sich immer noch bewährt.
So
wart‘ ich bis im Kriegsverlauf,
endlich
`mal steht einer auf,
der
Schneid zeigt in des Riesen Heer,
und
sagt ich mache mit nicht mehr.
Was
ist eine Armee denn wert,
die
sich um’s Völkerrecht nicht schert?
Ich
frag‘ mich zur Jahrtausendwende.
Wann
nimmt der Völkermord ein Ende.
Wann
zeigt sich endlich ein Soldat,
der
noch etwas Rückgrat hat,
der
nicht, was ihm wird anbefohlen,
Verbrechen,
mitmacht unverhohlen.
Jasager
gibt es in der Tat,
mehr
als genug bei Vater Staat.
Widerspruch
ist ungefragt,
in
der Armee heut angesagt,
wenn
einer tritt im Heereslager,
selbstherrlich
auf wie Brötchennager.
Auch
der Heerführer der kühnen,
allzu
großmäuligen Grünen,
das
ist, so hoffe ich, jetzt klar,
keiner
von jener Sorte war,
welche
die Armeen tragen.
Die
Wahrheit gilt es heut‘ zu sagen.
Feigheit,
welche in der Schlacht,
im
Kriege ist nicht angebracht,
das
sag‘ ich in Soldatenpflicht,
dient
auch dem Heer im Frieden nicht.
Wer
nur „ja“ sagt und „jawoll“,
der
hat die Hosen meist schon voll,
bevor
er an die Front gegangen,
um
mit dem Siegen anzufangen.
Um
bei den Tieren zu verweilen,
die
sich so dümmlich eist benahmen,
als
sie am Teich zusammenkamen,
füg‘
ich an, noch ein paar Zeilen.
Sie
lernten aus dem dummen Streit.
Zwar
sind vor Zwist sie nicht gefeit,
auch
sie zanken noch ab und an,
doch
was sie in Homerus Schlacht
am
Eridanos einst gemacht,
haben
sie nie mehr getan.
Sie
tragen keine Waffen mehr.
Auch
unterhalten sie kein Heer.
Ich
weis das deshalb so genau,
weil
kürzlich erst, ich vom Radau,
den
ein Frosch am Teich gemacht,
bin
hochgeschreckt und aufgewacht.
Ich
lag im Bett, fand keine Ruh,
und
hörte König Pausback zu,
der
des nachts sein Leid mir klagte.
So
höret nun, was er mir sagte:
„Versucht
den Krieg verbal zu führen,
dann
müsst ihr nicht das Schwert erst spüren.
Lernt
ihn mit Worten auszutragen,
dabei
wird keiner totgeschlagen.
Nur
die Dummen und die Bösen,
Konflikte
noch mit Waffen lösen.
Seid
klug und nicht, wie wir von Sinnen.
Auch
damals gab‘s nichts zu gewinnen.
Als
die Mäuse uns bekriegt,
hat
ein drittes Volk gesiegt.
Die
Krebse nahmen uns das Land.
Noch
heut‘ beherrschen sie den Strand.
Wir
mussten lange für sie dienen.
Heut‘
leben friedlich wir mit ihnen.
Wir
haben damals schnell erkannt
dass
Frieden viel, viel besser ist,
als
jeder dumme Streit und Zwist.
Der
Krieg wurd‘ aus dem Land verbannt.
Selbst
mit der Mäusen leben wir
friedfertig
jetzt zusammen hier.
Bei
uns am Teich gilt das Gebot:
„Leben,
bis von selbst der Tod
abruft
uns mit Schicksal’s Macht,
wie
Gott uns dies hat zugedacht“.
So
quakte der Frosch am Teiche dort,
lauthals
damals durch die Nacht.
Ich
lag im Bette und gab Acht,
dass
ich verstand auch jedes Wort.
Ich
weis genau noch was danach,
im
Bass der Schreihals weitersprach.
„Ihr
seid die Spezies, von der man sagt,
dass
sie wäre vernunftbegabt.
Werdet
auch ihr endlich gescheit.
Löst
nicht mit Waffen eu‘ren Streit.
Zieht
aus dem Poem den rechten Schluss,
deshalb
schrieb ihn Homer einst nieder,
dass
vorkommt so etwas nie wieder,
denn
sonst geschieht, was kommen muss.
Vermeidet
diesen ernsten Fall.
Es
könnte sein der letzte Knall,
den
ihr hört auf dieser Erde.
Gott
gebe, dass es nicht so werde.
Werdet
endlich, es wird Zeit,
auch
ihr Manntiere gescheit.
Beginnt
sie endlich abzuschaffen,
eure
gottverdammten Waffen.
Besinnt
euch auf des Wortes Macht.
Führt
damit weise Schlacht um Schlacht.
Ohne
dass erst Blut muss rinnen
werdet
alle ihr gewinnen.
Wer
mit dem Wort schlägt, ganz gewiss,
findet
einen Kompromiss.
Macht
das Reden euch zu eigen,
dann
wird es sich sehr bald schon zeigen,
dass
ihr im Grunde euch versteht.
Weil
es um uns alle geht,
solltet
ihr nicht länger säumen,
und
nur im Schlaf vom Frieden träumen,
sondern
endlich selber nun,
etwas
gegen die Kriege tun,
in
denen täglich Menschen sterben.
Für
den Frieden gilt mein Werben“,
so
quakte der Frosch in lauer Nacht,
„und
nicht dem Krieg und nicht der Schlacht“.
So
wie die Frösche in den Laken,
von
Liebe nur noch heute quaken,
sollten
wir uns auch besinnen,
und
in Frieden neu beginnen.
An
der Drittjahrtausendschwelle
Zitiere
ich deshalb die Stelle,
welche
ich in der Bibel fand,
worin
sie aufgeschrieben stand.
Ich
denke, das ist hier vonnöten.
Die
Stelle heißt, „du sollst nicht töten“.
Das
Wort, welches von Jahwe stammt,
dem
Nachfolger, von Zeus, im Amt,
schrieb
ich fett, in dessen Namen,
und
ergänze es durch Amen.
Vokabular
| Ägis |
Der
wörtlichen Bedeutung nach ein „Ziegenfell“. Bei Homer ein Rüstungsstück
der Götter, (Vergleichbar mit einem Schild).
|
| Ambrosia |
Steht
wörtlich für „Unsterblichkeit“. Bei Homer eine Art von Speise,
welche den Göttern ihre Unsterblichkeit bewahrt.
|
| Ares |
Mächtigster
Kriegsgott der antiken Griechen.
|
| Athene |
Griechische
Göttin. (In mykenischer Zeit überwiegend als Kriegs- und
Schutzgöttin aufgefasst).
|
| Bacchus |
Anderer
Name für Dionysos, den Weingott, der auch auf der Erde ausgelassen
zu leben verstand.
|
| Batrachomyomachie |
Ein
der Tierfabel verwandtes Epos, zunächst Homer, später anderen
Autoren zugeschrieben. Die tatsächliche Entstehungs-zeit des Werkes,
das eine Parodie auf die Ilias darstellt, ist ungewiss. (Die literarische
Bedeutung ist umstritten. Einige Literaturwissenschaftler stufen das Werk
als Schundliteratur, andere als eines der größten Werke der
Literaturgeschichte ein). R.W.Aristoquakes, der Autor des hier vorliegenden
Epyllions, verbindet es in seiner neuesten Arbeit, dem mehrbändigem
Werk „Batrachomyomachia, Ilias post Homerum“, an dem er seit einigen Jahren
schreibt, sogar mit der Ilias und der Bibel und stellt die These auf, dass
diese drei wichtigsten Werke der Weltliteratur miteinander verknüpft
sind.
|
| Enkeladon |
Name
eines Giganten, (von Gottvater Zeus im Zweikampf vernichtet).
|
| Eridanos |
Name
eines gewaltigen mystischen Stromes, an dessen Ufern die Schlacht zwischen
den Fröschen und den Mäusen stattgefunden haben soll. (Auch der
Name eines Abwassergrabens in antiken Athen).
|
| Fex |
Alte
deutsche Bezeichnung für Narr.
|
| Giganten |
Gewaltige
Riesen mit Schlangenfüßen. Von Gottvater Zeus, unter Mithilfe
seines erdgeborenen Sohnes Herakles, im Kampfe niedergerungen.
|
| Helikon |
Gebirge
in Böotien und Wohnstätte der Musen.
|
| Homerus |
Anderer
Name für Homer, den bedeutendsten Epiker der Weltliteratur. Seine
Werke „Ilias“ und „Odyssee“ bilden die Grundlage der europäischen
Kultur. Auch die „Batrachomyomachie“ wurde, bis in das vergangene Jahrhundert
hinein, seinen Werken zugerechnet. Homers Urheberschaft über diese
ist jedoch wenig wahrscheinlich, weil der Froschmäusekrieg eine Parodie
auf die Ilias darstellt und es kaum glaubhaft erscheint, dass ein Autor
sein eigenes Hauptwerk parodiert.
|
| Kapaneus |
Einer
der antiken Heroen. Über ihn ist in der griechischen Mythologie heute
kaum noch etwas bekannt.( Er war einer der sieben gegen Theben und wird
auch in der Ilias erwähnt. Literarisch belegt ist, dass jener
durch einen Blitz, geschleudert von Gottvater Zeus, getötet wurde.
(Ranke Graves S.136) . Der antike Heilgott Asklepios soll ihn nach der
gleichen Quelle, wieder zum Leben erweckt haben. Vielleicht will uns der
Autor der Batrachomyomachie hier einen Querverweis auf den toten Krümeldieb
geben, den er ja ebenfalls wieder auferstehen ließ.
|
| Kronide |
Anderer
Name für Zeus. (Nach Kronos seinem Vater).
|
| Manntier |
Gemeint
ist der Mensch, der aus der Sicht der sich bekämpfenden unbedeutenden
Kleintiere, das gefährlichste Raubtier der Schöpfung darstellt.
|
| Olymp |
Höchster
Berg Griechenlands und Wohnort der antiken Götter.
|
| Pallas |
Beiname
der Göttin Athene.
|
| Proömium |
Steht
hier in der Bedeutung von „Vorgesang zur Einstimmung“.
|
| Sechs
mal sieben |
Gemeint
ist hiermit die Zahl 777.777, also von heute an zurückgerechnet, in
etwa das Jahr 128 vor Christus, wie es im Proömium erwähnt wird.
Durch diese Zeitangaben will der Autor einen Querverweis auf die Entstehungszeit
der ersten Batrachomyomachie geben, die nach der neuesten Batr. -Forschung
in etwa dort anzusiedeln ist. Durch die Verwendung der mystischen Zahl
sieben in der ersten Verszeile will der Autor auf den Zusammenhang von
Bibel und Batr. hinweisen. Dieser Zusammenhang wird von ihm in seiner Arbeit
„Batrachomyomachie, Ilias post Homerum“, an der er zur Zeit schreibt, erläutert.
Auch das Alte Testament der Bibel ist in etwa um diese Zeit (Epoche
des Moses) entstanden und die Zahl sieben darin, birgt eines jener Geheimnisse,
denen der Autor R.W. Aristoquakes auf der Spur ist.
|
| Sechstausend
Millionen |
Gemeint
ist die Zahl sechs Milliarden, die der gegenwärtigen Erdbevölkerung
entspricht.
|
Literatur
Ahlborn,
Helmut: Pseudo-Homer, Der Froschmäusekrieg, Darmstadt, 1984.
Ludwich,
Arthur: Die Homerische Batrachomyomachia des Karers Pigres nebst Scholien
und Paraphrase, Leipzig, 1896.
Ranke-Graves,
Robert: Griechische Mythologie, Hamburg, 1960.
Roth,
C. M. Homerus- Batrachomyomachia, St.Petersburg, 1771.
Bildnachweis
Alle
Bilder wurden vom Autor selbst gezeichnet
Sie
sind in der Home-Page-Seite "Die Bilder zur
Batrachomyomachie“ abgelegt.
Weitere
Zeichnungen von R.W.Aristoquakes, zu diesem und zu anderen Themen,
findet
man unter folgenden Adressen:
http://maki.simplenet.com/dmm/frog/frog.htm
http://maki2.simplenet.com/dmm/frog/aristoq1.htm
Copyright
© 2000 by R.W.Aristoquakes
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